Peter Roselieb über sich ...

Alpharythmus

Bei den frühen Nitrofrottagen sollten sich die Farbtöne und Bildausschnitte den Stimmungen meiner Phantasie zuordnen. Ich versuchte, sanft surrealistische oder gegenständliche Impressionen darzustellen. Immer in leisen, vielfältigen, pastellartigen Farbtönen, ein ruhiges Gleichgewicht betonend.

Ich lernte in vielen Jahren diese Technik zu vervollkommnen und die Ergebnisse meiner Arbeit waren durch meinen ganz persönlichen Stil geprägt. Ich bin von meinem Wesen her ein Maler, der entschieden gegen das Experimentieren mit starken Farben oder zu verschiedenen Techniken nebeneinander ist.

Meine frühere Arbeitsweise war so gehalten dass ich auf mancherlei Weise mit dem vorgegebenen Material in den verschiedenen Arbeitsgängen spielte.

Jetzt gehe ich dazu über, die Bildfläche zu vergrößern, aufzulockern und die farbliche Reduzierung auf zwei bis drei Farben unterschiedlicher Stufungen vorzunehmen.   

Ich möchte abstrakte Kompositionen schaffen, die etwas im Betrachter auslösen sollen: nämlich das Bewusstsein, den eigenen Wunsch nach Harmonie, nach Stabilität, oder ganz einfach nach Zufriedenheit und Gelassenheit im Bild wiederzufinden. Die Bezeichnungen meiner Bilder sind dabei nur für mich endgültig, der Betrachter mag seine eigenen Titel dazu finden wenn er mag.

Meine Bilder wurden früher sehr stark gefühlsmäßig beeinflusst. Heute tritt dieses Gefühl eher zurück und wird ersetzt durch geistige Auseinandersetzung mit den konstruktiven Elementen des Bildes. Ich möchte nicht nur die Technik und die abstrakte Form des Bildes dem Beschauer „rüberbringen“, sondern eine geistige Zwiesprache mit demselben von ihm fordern.

Meine Malgründe fertige ich vorzugsweise als Abdrucke von unterschiedlich eingefärbten Holzplatten.

Diese Drucktechnik der Monotypie, mit verschiedenen, sich teils überlagernden Bewegungsabläufen, bekommt durch das lasierende Arbeiten feinste Strukturen, teils plastische Tiefe mit schönen und  unerwarteten Ansichten.

Andererseits zeichne ich auch gelegentlich streng geometrische Kompositionen auf Papier oder Karton.

Sämtliche Bilder sind Unikate und nicht wiederholbar.

Es gibt zwar die Ostsee-Serie, aber jedes Bild ist grundverschieden in seiner Art.

Es ist nicht meine Absicht, ständig Neues zu machen. Ich arbeite auch nicht gern für Ausstellungen für die ein bestimmtes Thema vorgeschrieben ist. Ich ändere meine Arbeitsweise dann, wenn ich das Gefühl habe eine bestimmte Phase abgeschlossen zu haben und mit veränderter, vielleicht verbesserter Technik etwas Neues machen zu wollen.

Dabei bleibt der ursprüngliche Aussagewunsch bestehen; nämlich: Harmonie und Gleichgewicht im Bild zu schaffen, wenn auch auf neue Weise.

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