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Ausstellungskriterien
Dr. Ulrike Müller-Heckmann
Kunsthistorikerin
Hamburg
Schreibt anlässlich einer Kunstausstellung
1994 in Hagen folgenden Text:
.......eine Formsprache oder eine Technik wird
für ihn nicht
zum strengen Dogma, sondern auf ihre jeweilige Brauchbarkeit in der
Bildaussage hin überprüft und verwendet. Das spielerische
Experimentieren mit verschiedenen Techniken, mit der Nitrofrottage
etwa, die das Durchreiben vorgefundener Bildausschnitte erlaubt,
waren dabei für den Autodidakten wichtige Erfahrungsmomente.Harmonie
zu veranschaulichen ist letztlich das gestalterische Ziel für
Peter Roselieb, und dieser harmonischen Bildaussage spürt er
in verschiedenen Ausdrucksweisen nach. Bilder mit tonigen, atmosphärischen
Farbräumen und fast surreal anmutenden Formkombinationen stehen
hier neben geometrischen Linienkonstruktionen. Damit ist zum einen
die Farbe als emotionaler Ausdruck einer Harmonie bedeutsam, zum
anderen kann aber auch eine lineare Reduktion mit wenigen farbigen
Akzenten zum Gestaltungsbeispiel einer harmonischen Kräftegleichung
werden. Der Zufall und die kalkulierte Setzung sind dabei gleich
wichtige Momente im Schaffen von P. Roselieb. Die Zufälligkeiten
und überraschenden Effekte im Farbverlauf entstehen zumeist
durch die Technik des nassen Abklatschens des Papiergrundes von einer
Holzplatte. Die so entstehenden Zufallsstrukturen geben den gefühlsmäßigen
Charakter eines Blattes vage vor: diffus-verschwimmend, strukturell-differenziert,
organisch-wachsend, luftig-verschwebend usf. In diesen Grund wird
nun weiter hineingearbeitet, es werden Farbflächen gesetzt,
z.T. auch hineincollagiert und Linienverläufe angelegt, um in
eine Komposition hineinzuführen die dem Betrachter als ein harmonisches
Ganzes erscheint.
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